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HEER – Blankwaffen des Heeres

Heeresdolch – Modell 1935

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​​​​​Geschichte & Einführung:

Der Heeres-Offiziersdolch wurde im Jahr 1935 auf Anordnung des Chefs der Heeresleitung als offizielle Seitenwaffe für Offiziere der Wehrmacht eingeführt. Er war von Beginn an als repräsentatives Uniformstück vorgesehen und nicht für den Kampfeinsatz bestimmt. 

Der Entwurf des Dolches stammt von dem Künstler Paul Casberg. Das fertige Design wurde persönlich vom damaligen Reichskanzler geprüft und genehmigt, bevor die Serienfertigung begann.

Wie alle Offiziersdolche der Wehrmacht wurde auch der Heeresdolch privat beschafft. Die Fertigung erfolgte durch Hersteller, überwiegend aus dem Raum Solingen.

Entwicklung & Ausführung:

Obwohl Paul Casberg für die Firma Eickhorn tätig war, wurde die Herstellung des Heeresdolches nicht auf einen einzelnen Produzenten beschränkt. Um den anfänglich hohen Bedarf an Offiziersdolchen decken zu können, wurde die Fertigung auf zahlreiche Firmen verteilt.

Insgesamt waren rund 33 Hersteller an der Produktion beteiligt. Darunter befanden sich auch Unternehmen, deren Hauptaugenmerk ursprünglich auf anderen Blankwaffen lag. So fertigten beispielsweise Firmen wie SMF, die vor allem für Luftwaffen-Blankwaffen bekannt sind, kleinere Stückzahlen des Heeresdolches.

Bauform & Abmessungen:

Der Heeresdolch besteht aus Parierstange, Griff, Knauf sowie Scheide mit Gehänge. Je nach Hersteller und Fertigungsperiode zeigen sich Unterschiede in Details und Ausführung.

Die Parierstange zeigt einen Heeresadler mit ausgebreiteten Schwingen. Die Rückseite ist glatt ausgeführt. Die grundlegende Form der Parierstange ist gleich, Design und Oberflächenfinish können jedoch variieren.

Der Griff ist rund ausgeführt und besitzt umlaufende Kanneluren. Bei frühen Ausführungen verlaufen die Kanneluren steil, sogenannte „Slant Grips“. Der Heeresdolchgriff besitzt keine Drahtwicklung. Gefertigt wurden die Griffe aus unterschiedlichen Materialien, darunter Trolon, kunststoffgebundene Varianten mit Gipsfüllung, Griffe mit Holzkern und Celluloidüberzug sowie Galalith, erkennbar an milchiger Oberfläche und feinen Haarrissen. Die Farbgebung reicht von Weiß bis Orange, welche im Laufe der Zeit nachdunkeln konnten.

 

Der Knauf ist auf das obere Ende der Klingenangel aufgeschraubt und fixiert die gesamte Dolchkonstruktion. Umlaufend zeigt er ein Band mit 12 bis 14 senkrecht stehenden Eichenlaubblättern.

Die Scheide ist aus einem Stück Stahlblech gezogen und misst ca. 28 cm in der Länge. Die Oberfläche ist kieselgranuliert, lediglich im mittleren Bereich und am unteren Abschluss unterbrochen. Auf die Scheide sind zwei separate Scheidenbänder mit Ringen aufgeschoben, an denen das Gehänge eingehängt wird. Im oberen Bereich befindet sich ein Mundblech, das je nach Ausführung verschraubt ist.

 

Die Trageweise erfolgt mittels Gehänge und Portepee.

Materialien & Fertigungsphasen:

Besonders frühe Heeresdolche entstanden unter noch nicht vollständig optimierten Produktionsbedingungen. Aus diesem Grund wurden viele dieser frühen Stücke von Hand nachgearbeitet. Diese frühen Ausführungen zeichnen sich durch eine sehr saubere Verarbeitung aus und gelten heute als besonders begehrt.

Mit fortschreitender Kriegsdauer kam es zu Materialeinsparungen. Während frühe Dolche noch Beschläge aus hochwertigen Metallen aufweisen, wurden später zunehmend Zink- und andere mehr verfügbare Metalle verwendet. Auch Aluminium kam vereinzelt zum Einsatz.

Das Grunddesign des Heeresdolches blieb über den gesamten Fertigungszeitraum im Wesentlichen unverändert. Unterschiede ergeben sich vor allem durch Materialeinsparungen und Fertigungsvereinfachungen in späteren Kriegsjahren.

Frühe Ausführungen zeichnen sich durch eine hochwertigere Verarbeitung aus, während spätere Stücke funktional gleich blieben, jedoch einfacher gefertigt wurden.

Hersteller & Kennzeichnungen:

Heeresdolchewurden von einer Vielzahl verschiedener Hersteller gefertigt, überwiegend aus dem Raum Solingen.

Die Herstellerkennzeichnung befindet sich in der Regel geätzt auf der Klinge. Unterschiede in Schriftart, Logoform und Platzierung sind für die zeitliche Einordnung von Bedeutung.

Bekannte und belegte Hersteller von Marinedolchen sind unter anderem:

  • Alcoso (Alexander Coppel & Sohn).

  • Carl Eickhorn.

  • Weyersberg, Kirschbaum & Cie. (WKC).

  • E. & F. Hörster.

  • Robert Klaas.

  • F. W. Höller.

  • Carl Julius Krebs.

  • Puma (Lauterjung & Co.).

  • Gebrüder Heller.

  • J. A. Henckels.

  • Friedrich Herder.

  • Richard Abr. Herder.

  • Ernst Pack & Söhne.

  • SMF (Solinger Metallwarenfabrik).

  • Wüsthof, Carl.

  • Wingen, Anton.

  • Weyersberg, Gottfried.

  • Weyersberg, Max.

  • Weyersberg, Paul.

  • Zeitler.

Sammlerhinweise:

  • Vollständige Stücke mit originaler Scheide, Gehänge und Portepee sind besonders gesucht

  • Frühe, von Hand nachbearbeitete Stücke mit Steilgriff gelten als selten und sind entsprechend gesucht.

  • Herstellerkennzeichnungen können bei der zeitlichen Einordnung hilfreich sein

  • Der Erhaltungszustand und die Originalität aller Komponenten sind entscheidend

  • Fachkundige Begutachtung wird empfohlen

Militaria Ankauf & Verkauf – militärische Antiquitäten

Als spezialisierter Ansprechpartner für militärische Antiquitäten kaufen wir Dolche, Säbel, Bajonette, Helme, Uniformen, Orden und Ehrenzeichen an.

Auch Nachlässe und komplette Sammlungen sind für uns von Interesse.

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