MARINE – Blankwaffen der Kriegsmarine
Marine-Offiziersdolch – Modell 1938



Geschichte & Einführung:
Mit der Umbenennung der Reichsmarine in Kriegsmarine im Jahr 1935 änderte sich auch das äußere Erscheinungsbild vieler Uniform- und Ausrüstungsstücke. Ein neues Hoheitszeichen wurde eingeführt, während der Marine-Offiziersdolch zunächst noch unverändert blieb.
Die eigentliche konstruktive Anpassung des Marinedolches erfolgte erst 1938. Sie betraf vor allem den Knauf, der nun das neue Hoheitszeichen der Kriegsmarine trug. Diese Änderung wurde offiziell durch das Oberkommando der Kriegsmarine angeordnet und innerhalb weniger Monate umgesetzt.
Entwicklung & Ausführung:
Der ab 1938 verwendete Knauf bestand aus einem vergoldeten Adler aus Messing, dessen Kopf nach rechts gewendet ist. Die Schwingen sind halb geöffnet und nach unten gezogen. In den Fängen hält der Adler einen Eichenkranz mit erhobenem Hakenkreuz. Abgesehen von diesem neuen Knauf blieb die Grundform des Marine-Offiziersdolches weitgehend unverändert und orientierte sich weiterhin an den bewährten früheren Ausführungen.
Bauform & Abmessungen:
Der Marine-Offiziersdolch besitzt eine gerade, spitz zulaufende Klinge, die beidseitig von der Mittelrippe zu den Schneiden abfällt. Die Klingenlänge liegt bei etwa 25 cm. Die Metallscheide misst rund 28 cm und ist mit Trageringen versehen.
Die Parierstange ist metallisch ausgeführt und zeigt als Verzierung stilisierten Anker. Der Griff ist mit Drahtwicklung versehen und schließt nach oben mit dem Adlerknauf ab. Die Klinge wird in der Scheide durch eine integrierte Haltefeder fixiert. Die Gesamtlänge des Dolches ohne Scheide beträgt etwa 38 cm.
Materialien & Fertigungsphasen:
Frühe Ausführungen zeichnen sich durch eine hochwertige Vergoldung und saubere Detailausführung aus.Im Verlauf des Krieges kam es – wie bei allen Blankwaffen – zu Materialeinsparungen und vereinfachten Fertigungsschritten, wobei die äußere Form grundsätzlich beibehalten wurde.
Hersteller & Kennzeichnungen:
Die Fertigung der Marine-Offiziersdolche erfolgte durch zahlreiche Hersteller, überwiegend aus dem Raum Solingen. Die Herstellerkennzeichnung befindet sich in der Regel geätzt oder geschlagen auf der Klinge. Unterschiede in Ausführung und Platzierung können Hinweise auf den Fertigungszeitraum geben.
Bekannte und belegte Hersteller von Marinedolchen sind unter anderem:
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Alcoso (Alexander Coppel & Sohn).
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Braun, Adolf (Distributor).
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Clemens & Jung.
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Eickhorn, Carl.
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Höller, F. W.
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Hörster, E. & F.
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Klaas, Robert.
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Krebs, Carl Julius.
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Lüneschloss, P. D.
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Pack, Ernst & Söhne.
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Plümacher, Richard.
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Puma (Lauterjung & Co.).
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Seilheimer, Paul.
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SMF (Solinger Metallwaren-Fabrik).
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Tiger (Lauterjung & Co.)
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Voos, Emil.
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Weyersberg, Max.
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Weyersberg, Paul.
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Wingen Jr., Anton.
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WKC (Weyersberg, Kirschbaum & Cie.).
Sammlerhinweise:
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Marine-Offiziersdolche des Modells 1938 zählen zu den klassischen Sammelgebieten der Kriegsmarine.
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Stücke, die zusammengehörig sind, inklusive Gehänge und original gebundenem Portepee, sind besonders gefragt.
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Der Erhaltungszustand sowie die Originalität aller Bestandteile sind entscheidend für die Bewertung.
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Eine fachkundige Begutachtung wird empfohlen.
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